Temperatur
Wer nach dem langen warmen Jahr auf einen kühlen Herbst gehofft hatte, wartete auch diesmal vergebens. Mit 10,4 °C im Dreimonatsmittel lag die Saison erheblich über dem Normalwert von 9,4 °C – und alle drei Monate, September, Oktober und November, trugen zum Überschuss bei. Ein zu warmer Herbst nach einem zu warmen Sommer nach einem zu warmen Frühling nach dem wärmsten je gemessenen Winter: Das ist das Jahr 2024 in einem Satz.
Bei den Kenntagen ergibt sich ein entsprechendes Bild: 19 warme Tage (normal 15) und 6 Sommertage (normal 3) – letzteres dem warmen September zu verdanken, der noch deutliche Sommerrelikte mitbrachte. Dafür nur 25 kalte Tage (normal 29) und lediglich 6 Frosttage (normal 11). Selbst im Herbst blieb echte Kälte also eine Seltenheit. Dass der erste Frost vielerorts so spät eintrat wie selten, passte zum Gesamtbild des Jahres.
Niederschlag
Das dominierende Thema des Herbstes war der Regen – und dahinter steckt fast ausschließlich ein einziger Monat: der September. Mit 241,2 l/m² übertraf der Herbst den Normalwert von 174 l/m² deutlich. Allein der September brachte es auf 156,6 l/m² und gehörte damit zu den niederschlagsreichsten September-Monaten überhaupt – ein Überschuss von rund 173 Prozent gegenüber dem normalen Septemberwert. Wer diesen Monat erlebt hat, dürfte sich an anhaltende, teils ergiebige Regenfälle erinnern, die das Erdreich nach dem trockenen Märzverlauf endlich wieder sättigten.
Oktober und November bewegten sich danach wieder im Normbereich, konnten aber am Gesamtbild nichts mehr ändern.
Beim Wind war der Herbst ebenfalls unruhig: 15 stürmische Tage (normal 7) – mehr als doppelt so viele wie üblich. Ein anhaltend windiger Herbst, der kaum stille, goldene Oktobertage kannte.
Sonnenschein
Die Sonnenscheinbilanz des Herbstes war schlicht enttäuschend. Mit nur 259 Stunden verfehlte er den Normalwert von 329 Stunden erheblich. Oktober und November erwiesen sich als besonders sonnenarm – grauer Himmel, häufige Niederschläge, wenig Licht. Ein trüber Ausklang eines ohnehin sonnenschwachen Jahres.
Gesamtbilanz Herbst
Der Herbst 2024 war warm, aber alles andere als gemütlich. Ein außergewöhnlicher September bestimmte die Niederschlagsbilanz, während Oktober und November mit wenig Sonne und überdurchschnittlichem Wind für einen unfreundlichen Abschluss sorgten. Wer sich nach dem Sommer auf einen langen, milden Altweibersommer gefreut hatte, wurde von der Realität ziemlich rasch eingeholt.








