Temperatur
Das Frühjahr 2024 knüpfte nahtlos an den rekordwarmen Winter an. Mit einer Durchschnittstemperatur von 11,2 °C lag es deutlich über dem Normalwert von 9,9 °C und bewegte sich damit knapp unterhalb des wärmsten je gemessenen Frühjahrs (11,3 °C). Den stärksten Ausschlag gab der März, der weit über seiner Norm lag.
Das auffälligste Merkmal dieser Saison war jedoch nicht die Wärme an sich, sondern das vollständige Fehlen jeglicher Frosttage. Normalerweise kommen im Frühjahr 16 Frosttage zusammen – 2024 waren es null. Nicht ein einziger. Der Frühling setzte nahtlos am milden Winter an, ohne sich noch einmal von seiner kalten Seite zu zeigen. Das ist eine Seltenheit, die in der langen Messreihe nur sehr selten vorkommt.
Weitere Kenntage: 32 warme Tage (normal 24) und 7 Sommertage (normal 6). Heiße Tage blieben hingegen aus – was zum langjährigen Durchschnitt passt, der ebenfalls keinen vorsieht.
Niederschlag
Der Gesamtniederschlag von 181,0 l/m² lag praktisch genau im Normbereich (184 l/m²). Die Verteilung innerhalb der Saison war dabei bemerkenswert: März und April fielen eher trocken aus, der Mai hingegen brachte einen kräftigen Niederschlagsschub, der die Gesamtbilanz rettete. Ohne diesen regenreichen Abschlussmonat wäre das Frühjahr in Richtung Trockenheit abgedriftet.
Beim Wind sah es weniger ruhig aus: 25 stürmische Tage (normal 16). Sowohl April als auch Mai dürften ihre stürmischen Momente gehabt haben – von einer frühlingsfrischen, aber gemäßigten Windlage war 2024 jedenfalls weit entfernt.
Sonnenschein
Hier mussten wir deutliche Abstriche hinnehmen. Mit nur 427 Stunden verfehlte das Frühjahr den Normalwert von 485 Stunden ganz erheblich. Fast 60 Stunden Defizit über drei Monate – das macht sich spürbar, auch wenn die Temperaturen trotzdem hoch blieben. Die Wärme kam also trotz trübem Himmel. Ein ungewöhnlicher Befund, der zeigt: Nicht immer ist Sonnenschein die Ursache hoher Temperaturen – manchmal sind es schlicht die Luftmassen selbst.
Gesamtbilanz
Das Frühjahr 2024 war warm, ausreichend nass und dabei auffallend wenig sonnig. Das vollständige Ausbleiben von Frost, die hohen Temperaturen und die lebhafte Windaktivität geben dieser Saison einen eigentümlichen Charakter. Für Landwirtschaft und Natur war es sicher kein schlechtes Frühjahr – genug Regen, viel Wärme, kein Spätfrost. Für Sonnenliebhaber hingegen war es eher eine Durststrecke. Und das nach einem Winter, der schon kaum Sonne bot – das Sonnenstundendefizit zog sich in diesem Jahr recht hartnäckig durch die ersten Monate.








